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Tief bauen mit Plan

Die DIN SPEC 91419 legt Anforderungen an Infrastrukturdaten im Tiefbau fest

Berlin, 07.02.2020. Kanalrohre, Stromleitungen, Telefon- oder Glasfaserkabel und Gasversorgung: Trotz Dokumentationen der jeweiligen Netzeigentümer kommen bei Tiefbauarbeiten viele Leitungswege erst nach Öffnen der Baugrube ans Tageslicht. Damit die unterirdische Infrastruktur nicht länger im Dunkeln bleibt, hat ein Konsortium die DIN SPEC 91419 entwickelt. Mithilfe des Standards können Tiefbauarbeiten und unterirdische Grunddaten dokumentiert werden. Er trägt damit zu qualitativ besseren BIM-Modellen (Building Information Modeling) bei.

Umfassender Datenaustausch
„Zukunftsfähige Infrastruktur wird nur geschaffen, wenn wir das persönliche lokale Wissen von Tiefbauakteuren nicht mehr verlieren, sondern langfristig sichern und teilen“, sagt Markus Becker, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Berthold Becker GmbH und Initiator der DIN SPEC 91419. Dieses Wissen kann künftig umfassend aufgezeichnet und auf digitalen Plattformen gebündelt zur Verfügung gestellt werden. Auch wenn es bereits einige solcher Plattformen gibt, war bisher nicht definiert, in welcher Form die Daten dort festgehalten werden. Mit der DIN SPEC 91419 können Tiefbauexperten nun unterirdische Situationen standardisiert dokumentieren und zum Wissensaustausch bereitstellen. So sollen künftig nicht nur die bereits aufgezeichneten Primärdaten der Versorgungsträger verfügbar sein, sondern auch Sekundär- und Metadaten – etwa zu Baugrundverhältnissen, Betonummantelungen oder Verdämmungen von Altleitungen, undokumentierten Betonfundamenten, Ablagerungen von Siedlungsabfällen, Grundwasserständen und Ähnlichem.

Tiefbau in 3D
Die DIN SPEC 91419 leistet zudem einen wichtigen Beitrag, um die Qualität von BIM-Modellen zu verbessern. Die bisher üblichen 2D-Pläne für unterirdische Infrastrukturen sind häufig unvollständig und nicht genau genug. Die standardisierten Tiefbaudaten können in die präzisen 3D-Modelle einfließen und so Bauprojekte auf wortwörtlich unterster Ebene erleichtern.

Nach dem Kick-off im Juni 2019 wurde die DIN SPEC innerhalb von sieben Monaten nach dem PAS-Verfahren erarbeitet. Sie ersetzt nicht die DIN 2425 „Planwerke für die Versorgungswirtschaft, die Wasserwirtschaft und für Fernleitungen“, sondern betrachtet Informationen, die diese Norm nicht berücksichtigt. Mitglieder des zuständigen Konsortiums sind bauingenieur24 (Gelnhausen), die CAIGOS GmbH, FROMM Rechtsanwälte – Kanzlei für Unternehmens- und Steuerrecht, die Technische Hochschule Mittelhessen, die Esri Deutschland GmbH, die FH Aachen, Fachbereich 2 – Bauingenieurwesen, Netzmanagement, das IKT – Institut für unterirdische Infrastruktur, die Kommunalberatung Rheinland-Pfalz GmbH, die Mandat Managementberatung GmbH, pbsgeo sowie Strabag.

Die DIN SPEC 91419 steht unter www.beuth.de kostenfrei zum Download zur Verfügung.

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