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Mehr Nachhaltigkeit beim Kakaoanbau

DIN-Verbraucherrat fördert Angebot nachhaltiger Kakaoprodukte durch Normenreihe DIN EN ISO 34101

Berlin, 11.09.2020. Etwa 9,5 Kilogramm Schokolade werden jährlich pro Kopf in Deutschland konsumiert, dafür verarbeitet die deutsche Schokoladenindustrie mehr als 400.000 Tonnen Kakaobohnen pro Jahr. Verbraucher können mit dem Kauf nachhaltiger Schokolade einen Beitrag leisten, die Arbeitsbedingungen von Kakaobauern zu verbessern – doch dafür müssen entsprechende Produkte auch verfügbar sein. „Mit der Normenreihe DIN EN ISO 34101 „Nachhaltiger und rückverfolgbarer Kakao“ wollen wir zu mehr nachhaltig angebautem Kakao beitragen. Daher haben wir uns als Verbraucherrat an der Erarbeitung und vollständigen europäischen Übernahme der Normenreihe ab Oktober 2020 beteiligt“, erklärt Dr. Gabriela Fleischer, beim DIN-Verbraucherrat und an der Erarbeitung der Norm beteiligte Expertin. „Nachhaltigkeit ist eine der zentralen Säulen des Verbraucherschutzes. Nur wenn ein entsprechendes Angebot verfügbar ist, kann der Verbraucher auch nachhaltige Produkte kaufen.“

Stufenweiser Ansatz
Acht Jahre lang haben Experten aus den Kakao anbauenden und verbrauchenden Ländern auf internationaler Ebene ein umfassendes Regelwerk in Form einer ISO-Norm erarbeitet, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kakaobauern, ihrer Familien und der Arbeiter auf den Plantagen zu verbessern und den Umweltschutz beim Anbau zu fördern. Die nun auch von den nationalen europäischen Normungsorganisationen übernommene DIN EN ISO 34101 setzt auf einen stufenweisen Ansatz. Das ermöglicht es Bauern, erst schrittweise den nachhaltigen Kakaoanbau einzuführen. Innerhalb von 10 Jahren müssen sie die höchste Stufe der Nachhaltigkeit erreichen. Die Anforderungen an eine Zertifizierung sind anspruchsvoll. Mithilfe eines Farmentwicklungsplans, der von den Bauern und Farmerorganisationen vor Ort entwickelt wird, soll der Aufbau strategisch begleitet werden. „Das soll mehr Kakaobauern motivieren, ihre Produktion umzustellen, wodurch mehr nachhaltiger Kakao auf den Markt kommt. Davon profitieren auch die Verbraucher“, erklärt Fleischer.

Arbeitsbedingungen verbessern
5,5 Millionen Bauern und Bäuerinnen in Entwicklungsländern arbeiten derzeit direkt im Kakaoanbau – ihr Einkommen liegt meist deutlich unter der extremen Armutsschwelle von 1,25 US-Dollar am Tag. Eine der Folgen ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit im Kakaoanbau vorkommt. „Die Normenreihe ist auch ein Angebot an Hersteller, stärker auf nachhaltigen Kakao zu achten und die Umstellung bei den Bauern auch einzufordern“, so Fleischer. Anforderungen zu Menschenrechten, Kinderarbeit, Arbeitsbedingungen, zur Organisationsfreiheit, zum Umgang mit Chemikalien und zum Schutz des Ökosystems sind allerdings nur einige der Punkte, die die DIN EN ISO 34101 anspricht. Auch Aspekte wie das Management oder die Zertifizierung werden thematisiert. Die Anforderungen an die nachhaltige Produktion könnten in Zukunft auch für andere Produkte als Blaupause dienen und produktspezifisch angepasst werden.

Die ab Oktober 2020 gültige Normenreihe DIN EN ISO 34101 ist über den Beuth-Verlag schon jetzt erhältlich.

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