Im Auftrag der ROGESA realisiert das Bauunternehmen bei Dillinger eines der größten Transformationsprojekte der Stahlindustrie: Statt Koks kommt künftig Wasserstoff zum Einsatz.
April 2026 – WOLFF & MÜLLER errichtet die neuen Wasserwirtschaftsanlagen auf dem Gelände von Dillinger im Saarland. Die Anlagen bereiten künftig das Prozesswasser des auf Direktreduktion (DRI) umgerüsteten Werks auf – ein zentraler Baustein für die Produktion. Der Auftrag von ROGESA markiert einen Wendepunkt in der Stahlproduktion. Das Familienunternehmen errichtet auf einem 27.000 Quadratmeter großen Baufeld sieben Gebäude und verbaut dafür ca. 25.000 Kubikmeter Beton – das entspricht dem Fassungsvolumen von etwa 3.125 Betonmischern. Zentrales Bauwerk ist der sogenannte Rundeindicker. Mit dem Projekt erweitert WOLFF & MÜLLER sein Leistungsangebot bei Industriekunden. Die Transformation der Stahlindustrie ist ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung. WOLFF & MÜLLER hat das Ziel, sich langfristig als Qualitätsführer bei industriellen Bauaufgaben zu positionieren.
„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das ROGESA in uns setzt“, betont Dr. Albert Dürr, Geschäftsführender Gesellschafter bei WOLFF & MÜLLER. „Das Projekt zeigt, was anspruchsvolle Industriebauten brauchen: technische Kompetenz und effiziente Prozesse. Mit unseren Lean-Methoden halten wir diesen engen Zeitplan ein.“ Dr. Michael Bott, Direktor Dekarbonisierung bei den Unternehmen der saarländischen Stahlindustrie, sagt: „Für uns ist klar: Wir wollen Stahl CO2-reduziert herstellen. Mit unserem Dekarbonisierungsprojekt Power4Steel übernehmen wir eine Vorreiterrolle in Europa und wollen bis Anfang der 2030er Jahre bis zu 55 Prozent CO2 einsparen. Wir freuen uns, mit WOLFF & MÜLLER einen erfahrenen Partner gefunden zu haben, der uns mit seiner Erfahrung im anspruchsvollen Industriebau bei der Realisierung dieses hochkomplexen Bauvorhabens unterstützt.“
Anspruchsvolle Bauaufgabe für Spezialisten
Mit den Arbeiten beauftragt ist die WOLFF & MÜLLER Ingenieurbau GmbH, der Spezialist innerhalb der Unternehmensgruppe für anspruchsvolle Infrastrukturbauwerke in ganz Deutschland. Dabei arbeitet WOLFF & MÜLLER als Echt-ARGE mit der Heberger GmbH aus Schifferstadt Hand in Hand – Verantwortung und Bauleitung werden geteilt und die Führungskompetenz gebündelt. Besondere Herausforderungen sind der schnelle Baustart und die kurze Bauphase: Am 13. Februar erhielt WOLFF & MÜLLER die Projektzusage und schon am 23. Februar 2026 war Baubeginn. Die Bauzeit beträgt rund 15 Monate. „Das erfordert einen Zweischichtbetrieb mit insgesamt 120 Mitarbeitenden sowie den Einsatz von gleich sieben Hochbaukränen“, erklärt Andreas Gietl, Niederlassungsleiter der WOLFF & MÜLLER Ingenieurbau GmbH. „Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass wir auf einem aktiven Werksgelände bauen. Parallel finden also Stahlproduktion und weitere Baumaßnahmen anderer Unternehmen statt. Das verlangt eine präzise Abstimmung aller Abläufe.“ Um die Transportwege kurz zu halten und die Projektabwicklung nachhaltig auszuführen, prüft WOLFF & MÜLLER den Aufbau einer mobilen Betonmischanlage vor Ort. Zur effizienten Projektabwicklung nutzt WOLFF & MÜLLER zudem Methoden aus dem Lean Management sowie Just-in-time-Lieferungen. Diese Ansätze hat das Bauunternehmen bereits bei mehreren komplexen Industrieprojekten erfolgreich eingesetzt.
Beitrag zur strategischen Neuaufstellung des Stahlsektors
Mit dem Bau der Prozesswasseraufbereitung für das Werk leistet WOLFF & MÜLLER einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Wasserschutz des Stahlwerks. Bei der Direktreduktion ersetzt Wasserstoff den Koks – ein entscheidender Schritt zur CO₂-neutralen Stahlproduktion. Das Dekarbonisierungsprojekt Power4Steel der saarländischen Stahlindustrie hat ein Volumen von sechs Milliarden Euro und wird gefördert von Land, Bund und Europa. Ziel ist es, mithilfe der Wasserstoff-Technologie ab 2028/29 pro Jahr bis zu 3,3 Millionen Tonnen CO2-reduzierten Stahl herzustellen. Bis Anfang der 2030er Jahre möchte die saarländische Stahlindustrie ihre CO2-Emissionen um 55 Prozent senken – rund 4,8 Millionen Tonnen weniger CO2 pro Jahr.
ROGESA – Herzstück der saarländischen Stahlproduktion
ROGESA ist ein Gemeinschaftsunternehmen der beiden saarländischen Stahlproduzenten Dillinger und Saarstahl und erzeugt als deren Roheisenlieferant bis zu 4,6 Millionen Tonnen Roheisen pro Jahr. Beide Muttergesellschaften gehören zur SHS – Stahl-Holding-Saar. Dillinger ist Europas größter Grobblechhersteller. Saarstahl ist ein international etablierter Hersteller von Langprodukten.
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Quelle: Dillinger

die Wasserwirtschaftsanlagen baut, geht die Stahlproduktion weiter –
beispielsweise mit der Befüllung eines Konverters.
Quelle: Dillinger