Imagefilm, Referenzvideo, Recruitment-Clip: Wer in der Unternehmenskommunikation mit Bewegtbild arbeitet, fragt sich oft, welche Inhalte aus dem Off erzählt werden und wo sich der höhere Aufwand für Interviews lohnt. Interviews kosten meist mehr Zeit und Planung: Man muss die richtigen Personen auswählen, vorbereiten, vor der Kamera begleiten und ihre Aussagen im Schnitt präzise einfügen. Beide Formate können stark wirken – auf unterschiedliche Weise. Ein Sprechertext informiert und kann auch emotional berühren. Doch wenn die Protagonisten selbst sprechen, gewinnen die Inhalte an Authentizität, Nähe und Glaubwürdigkeit. Das gilt für B2B genauso wie für B2C. Ob ich Premium-Kaffee vermarkte oder Fabriken automatisiere: Ich erreiche Menschen besser, wenn ich Fachwissen mit persönlicher Ansprache kombiniere. Ein Entwickler erklärt eine neue Ventilserie. Eine Projektleiterin schildert ein Retrofit-Projekt. Ein Kunde beschreibt, wie er Zerspanungstechnik einsetzt. Oder ein Stahlbetonbauer erzählt, warum er seinen Beruf liebt. Das bleibt im Kopf – und überzeugt.
Menschen überzeugen Menschen
Was macht Interviews so wirkungsvoll? Wir Menschen brauchen Geschichten, um einander zu begegnen. Wir reagieren auf Mimik, Gestik, Tonfall – auf alles, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Ein Satz wirkt stärker, wenn er aus Überzeugung gesprochen wird. Worte, die jemand selbst wählt, echte Formulierungen, spürbare Präsenz: Das überzeugt mehr als jeder noch so perfekt geschriebene Sprechertext. Besonders dann, wenn die Person Charisma hat und inhaltlich etwas zu sagen weiß. Interviews geben solchen Stimmen Raum – sei es im Referenzfilm, als LinkedIn-Format mit Corporate Influencern, in der direkten Ansprache von Mitarbeitenden durch Führungskräfte oder als facettenreiche Collage im Employer-Branding-Video. Dabei zählen nicht perfekte Worte, sondern glaubwürdige Perspektiven.
Vom Wort zur Wirkung
Hochrangige Persönlichkeiten verleihen einem Thema Gewicht. Wiederkehrende Gesichter prägen Formate und machen sie unverwechselbar. Wie jemand spricht – mit welcher Haltung, welchem Stil, welchem Ton – verrät viel über die Unternehmenskultur. Auch der Ort spielt eine Rolle: Ein Gespräch in der Werkhalle erzählt etwas anderes als eines im Showroom. Bei einer Videoserie mit wechselnden Protagonisten können Ort und Inszenierung als fester Anker dienen. All das berücksichtigen wir von Anfang an, wenn wir Filmprojekte planen.
So sorgen wir für gute Interviews
- Wir planen, aber wir kontrollieren nicht. Ein Interview ist kein Sprechertext mit Gesicht. Wir bereiten Fragen und Abläufe vor, planen Wiederholungen ein und schaffen Sicherheit, aber wir optimieren nicht jedes Wort. Echtheit steht über Perfektion.
- Wir sorgen für Klarheit. Jede Person vor der Kamera soll wissen: Warum bin ich hier? Was ist meine Rolle? Für wen spreche ich? Wie lange stehe ich vor der Kamera? Sicherheit ist die Grundlage für einen souveränen Auftritt.
- Wir nehmen uns Zeit fürs Warmwerden. Bevor die Kamera läuft, schaffen wir Raum für echtes Interesse, Austausch auf Augenhöhe und ein gutes Gefühl. So entstehen Vertrauen und eine gute Atmosphäre, die dann im Film spürbar ist.
- Wir setzen auf Haltung statt Abspulen. Wer nur abgestimmte Sätze aufsagt, bleibt blass. Wer hingegen wirklich hinter dem steht, was er sagt, wirkt nahbar und bleibt im Kopf.
- Wir lassen Menschen sprechen, nicht Text. Auch wenn es im Transkript verlockend wirkt: Wir schneiden keine O-Töne so, dass sie glatt, aber leblos klingen. Sonst leidet die Glaubwürdigkeit.
- Wir erkennen Kontrollzwang als Risiko. Zu viel Steuerung erstickt jede Wirkung. Wir vermeiden „Talking Heads“. Der Begriff steht für stereotype Interviewaufnahmen, bei denen Personen regungslos in die Kamera sprechen – oft monoton, austauschbar und ohne emotionale Wirkung.
Unsere Tipps für Interviewende
- Menschen nicht nur nach Funktion, sondern auch nach Persönlichkeit auswählen
- Kurze, klare Fragen formulieren und mit echtem Interesse stellen
- Rolle, Erfahrung und rhetorische Sicherheit der Interviewpartner realistisch einschätzen
- Für die richtige Atmosphäre sorgen: entspannt, konzentriert, motivierend
- Mit Blickkontakt und Körpersprache aktiv zuhören und bestärken
Unsere Tipps für die Interviewten
- Nichts auswendig lernen, lieber Stichworte oder Zahlen mitbringen
- Eigene Fragen oder Unsicherheiten vorab offen ansprechen
- Lieber in Ruhe ankommen als gestresst vor der Kamera stehen
- Locker bleiben und auf das Produktionsteam vertrauen
- Den Fokus auf das Gespräch legen, nicht auf die spätere Veröffentlichung
Communication Consultants ist die Stuttgarter B2B-Agentur mit in-house Film-Unit. Wenn Sie wissen möchten, wie wir Interviews im Film einsetzen, sehen Sie sich unsere Beispiele an – oder schreiben Sie uns.






