Metabo

1.250 Menschen arbeiten am Stammsitz von Metabo

Tägliche Selbsttests statt Testzentrum bei Metabo: „Testen wird in Zukunft für das Metabo Team zum täglichen Morgenritual gehören wie Zähneputzen“

  • Auf Vertrauen basierendes Konzept im Kampf gegen die Pandemie

  • Metabo-Chef Garbrecht: „Wir sind sicher, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr verantwortungsbewusst mit diesem Thema umgehen werden.“

  • Wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch Test-Experten der Tübinger CeGaT

Betreten des Werksgeländes nur mit einem tagesaktuellen, negativen Schnelltest: Diese Regel gilt seit heute (Mittwoch) beim Nürtinger Elektrowerkzeug-Hersteller Metabo. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen vom Unternehmen für jeden Arbeitstag kostenlose Schnelltests. Mit denen testen sie sich jeden Tag zu Hause, bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit machen. „So können wir sicherstellen, dass nur negativ getestete Mitarbeitende das Unternehmen betreten“, sagt der Metabo Geschäftsführer (CEO) Horst Garbrecht. Zeige dagegen der Schnelltest eine Corona-Infektion an, könnten die Mitarbeitenden durch die Kooperation mit dem Tübinger Labor CeGaT GmbH auf Firmenkosten umgehend einen PCR-Test machen. CeGaT zählt mit mehr als 200.000 durchgeführten PCR-Tests zu den führenden Laboren in Deutschland, und Testexperten des Tübinger Unternehmens begleiten die umfassende, auf Selbsttestung basierende Strategie von Metabo wissenschaftlich.

„Derzeit überlegen viele Unternehmen, firmeneigene Testzentren aufzubauen“, sagt Garbrecht. „Wir haben uns bewusst für den Weg entschieden, bei dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich selbst testen. Das wird in Zukunft für das Metabo Team während der Zeit der Pandemie zum täglichen Morgenritual gehören wie das Zähneputzen. Eine zentrale Anlaufstelle in Form eines Testzentrums für einen täglichen Test aller Mitarbeitenden ist eine enorme logistische Herausforderung, die für uns nicht zu stemmen wäre. Zudem birgt das auch gewisse Risiken, weil wir damit erst einmal viele ungetestete Menschen an einen Ort konzentrieren würden. Da sind Selbsttests ein viel schnelleres und leichter umsetzbares Konzept. Mögliche Risiken durch unsachgemäße Anwendung sind aus unserer Sicht geringer einzuschätzen als der Vorteil der täglichen Testung. Vertrauen ist einer unserer zentralen Unternehmenswerte – und wir sind sicher, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr verantwortungsbewusst mit diesem Thema umgehen werden“, betont Garbrecht.

Wirksam und unbürokratisch

Denn notwendig seien tägliche Tests allemal, findet der CEO von Metabo. Dadurch lasse sich eine Ausdehnung des Virus‘ aller Wahrscheinlichkeit nach wirksam, pragmatisch und völlig unbürokratisch erheblich einschränken oder gar vermeiden. „Wir sind ein produzierendes Unternehmen“, sagt Garbrecht. „600 unserer 1.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Nürtingen können also gar nicht ins Homeoffice, und auch viele Menschen in der Verwaltung möchten gerne in einem sicheren Umfeld im Büro arbeiten. Die einen müssen wir schützen. Und die anderen haben vielleicht zu Hause ein geringeres Ansteckungsrisiko, leiden aber unter den psychischen Folgen der Isolierung. Wir geben daher unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, sich jeden Tag selbst zu testen und bitten sie, die Tests jeweils mit Namen und Datum zu beschriften und mit ins Unternehmen zu bringen. Damit wird sichergestellt, dass der tägliche Test korrekt gemacht wird“, erklärt Garbrecht.

CeGaT hofft auf neue Erkenntnisse

Darüber hinaus will Metabo erfahren, wie gut die Teststrategie wirkt – und was vielleicht ergänzend getan werden könnte, um die Mitarbeiter noch besser zu schützen. Deshalb hat Metabo das Tübinger Labor CeGaT um eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts gebeten. „Wir haben uns über diese Anfrage sehr gefreut“, sagt Dr. Dirk Biskup, Geschäftsführer von CeGaT. „Metabo plant hier ein sehr konsequentes und richtiges Vorgehen, das sowohl im Sinne der Mitarbeiter als auch im Sinne des Unternehmens ist. Durch unsere Begleitung des Projekts können wir wichtige Daten über die Wirksamkeit von Teststrategien gewinnen. Das ist eine echte Basis, um in Zukunft noch gezielter gegen die Ausbreitung der Corona-Viren und -Mutanten vorgehen zu können.“ Durch die Vielzahl an Tests, die völlig datenschutzkonforme und anonymisierte Übermittelung der Ergebnisse an die CeGaT und das Angebot, sich bei positivem Selbsttest sehr schnell und unbürokratisch mit dem sensibleren PCR-Test untersuchen zu lassen, erhofft sich CeGaT laut Biskup nicht nur ein genaues Bild darüber, wie sich tägliches Testen auf das Infektionsgeschehen in einem Unternehmen aber auch in der Bevölkerung auswirken. Die Daten werden nach Überzeugung des CeGaT-Chefs auch Rückschlüsse zulassen, wie zuverlässig von Mitarbeitern selbst vorgenommene Tests sind: „Insgesamt ist das ein Projekt, das uns eine ganze Reihe neuer Informationen bringen kann – und die brauchen wir in der aktuellen Situation dringend.“

Werksärztlicher Dienst kann nicht täglich alle testen

Allein in die Selbsttests investieren die Nürtinger 120.000 Euro im Monat. „Dieses Geld bezahlen wir sehr gerne, weil es die Gesundheit unserer Mitarbeiter schützt – und damit ist es hervorragend investiert“, betont der für Finanzen und Personal verantwortliche Metabo Geschäftsführer (CFO) Steffen Osswald. Bislang sei der Nürtinger Elektrowerkzeug-Herstellervergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. Bereits seit November werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise nach berufsbedingten Kontakten außerhalb des Unternehmens vom Sanitätsdienst getestet. Darüber hinaus konnten sich die Mitarbeitenden jederzeit freiwillig testen lassen, wenn sie dafür Gründe sahen. Eine an sieben Tagen pro Woche besetzte Corona-Hotline stand den Mitarbeitenden zusätzlich für Hilfe und Informationen zur Verfügung. Diese Angebote gebe es auch weiterhin, „aber der Werksärztliche Dienst kann nicht täglich alle Mitarbeiter testen. Für einen solchen Ansturm müssten wir erst neue Strukturen aufbauen, und das geht nicht von heute auf morgen. Unser Selbsttest-Konzept dagegen haben wir innerhalb einer Woche an den Start bringen können“, berichtet Osswald.

Zweistelliges Umsatzplus trotz Pandemie

CFO Osswald macht auch keinen Hehl daraus, dass mit dem Selbsttest-Konzept auch wirtschaftliche Aspekte verbunden sind. Metabo hat in seinem am 31. März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2020/2021 ein deutlich zweistelliges Umsatzplus erreicht – und das nach einem deutlichen Einbruch im Frühjahr 2020. Das alles sei laut Osswald umso bemerkenswerter, als dass Covid19 in sehr vielen Bereichen Probleme gemacht habe – angefangen vom Umsatzeinbruch im Frühjahr über Störungen in den globalen Liefer- und Logistikketten bis hin zu den strengen Hygiene-Vorschriften in Produktion und Verwaltung. „Unsere Mitarbeitenden haben unter solch schwierigen Umständen einen sensationellen Job gemacht, und ich kann mich im Namen des Unternehmens dafür nur sehr herzlich bei allen bedanken“, betont Garbrecht. Das Team habe mit einem Höchstmaß an Flexibilität dafür gesorgt, dass Metabo die Chancen der hohen Nachfrage nutzen konnte. Garbrecht: „Eine fantastische Teamleistung. Und wir möchten, dass das auch trotz Covid19 so weitergehen kann.“

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Metabo-Chef Horst Garbrecht
„Testen wird in Zukunft für das Metabo Team während der Zeit der Pandemie zum täglichen Morgenritual gehören wie das Zähneputzen“, sagt Metabo-Chef Horst Garbrecht.
Foto: Metabo
 Finanzen und Personal verantwortliche Metabo Geschäftsführer (CFO) Steffen Osswald
„Die Schnelltests bezahlen wir sehr gerne, weil wir damit die Gesundheit unserer Mitarbeiter schützen – und deshalb ist das Geld hervorragend investiert“, betont der für Finanzen und Personal verantwortliche Metabo Geschäftsführer (CFO) Steffen Osswald.
Foto: Metabo
Tübinger CeGaT GmbH Geschäftsführer Dr. Dirk Biskup
Die Tübinger CeGaT GmbH hat nach Angaben ihres Geschäftsführers Dr. Dirk Biskup seit Beginn der Pandemie mehr als 200.000 PCR-Tests analysiert und zählt damit zu den führenden Laboren in Deutschland.
Foto: CeGaT GmbH
1.250 Menschen arbeiten am Stammsitz von Metabo
1.250 Menschen arbeiten am Stammsitz von Metabo in Nürtingen.
Foto: Metabo
600 Menschen bei Metabo arbeiten in der Produktion
600 der 1.250 Menschen bei Metabo in Nürtingen arbeiten in der Produktion und können damit nicht ins Homeoffice ausweichen.
Foto: Metabo

 

 

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