Thor Thorsteinsson – das könnte auch ein Künstlername sein. Verrate uns doch mal, ist der Name echt?

Tatsächlich ist der Name echt. Aber das mit dem Künstlernamen ist gar nicht so abwegig. Meinen Vornamen verdanke ich nämlich einem Charakter namens Thor aus einem Marvel-Comic und natürlich dem isländischen Donnergott. Für meinen Nachnamen war der Vorname meines Vaters ausschlaggebend: Thorsteinsson bedeutet „Sohn von Thorstein“. Das ist typisch für Island. Dort bin ich geboren und habe einen Großteil meiner Kindheit sowie meine gesamte Studienzeit verbracht. Übrigens wusste ich schon sehr früh, dass ich später Regisseur sein möchte. Ich kannte als Kind die „TV-Spielfilm“ auswendig, war von der Filmwelt fasziniert und habe einfach alle Filme gesehen, die damals gelaufen sind. Deshalb würde ich mich als Cineast bezeichnen. Filme sind für mich ein Stück Kunst und meine Leidenschaft.

Warum spielt Bewegtbild inzwischen eine so große Rolle in der Unternehmens­kommunikation?

Das liegt daran, dass der Mensch ein emotionsgesteuertes Wesen ist. Filme wirken sowohl akustisch als auch visuell, bedienen also mehrere Sinne gleichzeitig – das ist ausschlaggebend, um Emotionen zu wecken. Auch mit Storytelling lässt sich viel bewegen. Das macht Filme zu einem wahnsinnig mächtigen Werkzeug. Schau Dir mal das iPhone an, das hier auf dem Tisch liegt: Vermutlich waren die technischen Details für Dich weniger ausschlaggebend als ein Video, das Dir das Gefühl vermittelt hat, dieses Gerät unbedingt haben zu wollen. Mit Filmen können Unternehmen ihre Zielgruppen sehr gut erreichen und komplexe Informationen schnell und ansprechend transportieren. Ich persönlich stelle auf jeden Fall fest, dass immer mehr Unternehmen auf emotionale Filme setzen und damit zurecht sehr erfolgreich sind.

Welche Art von Filmen produzierst Du mit Deinem Team?

Das ist ganz verschieden. Wir richten uns nach den Kunden und ihren Zielgruppen. Je nachdem, was Unternehmen brauchen und wünschen, produzieren wir die unterschiedlichsten Filme. Von nachrichtlichen Filmformaten über Produkt-Anwendungsfilme oder Event-Filme bis hin zu HR-Filmen und umfangreichen Imagefilmen – wir decken die ganze Bandbreite ab. Aktuell sind zum Beispiel HR-Filme fürs Employer Branding gefragt. Das liegt am Fachkräftemangel in Deutschland. Filme sind ein starkes Instrument, um Nachwuchskräfte vor allem über Social Media zu erreichen. Gerade junge Menschen schauen sich eher einen Film auf Youtube an, als eine Broschüre über das Unternehmen als Arbeitgeber zu lesen.

Apropos Team, stell uns doch mal kurz das CC-Filmteam vor.

Wir haben ein fünfköpfiges Kernteam, das die Kompetenzen Regie, Produktion, Animation, Visual Effects und Farbkorrektur abdeckt. Je nach Projekt und Kundenwunsch holen wir noch weitere Leute hinzu, von der Visagistin über den Tonmeister bis hin zum Motion Designer. So haben wir im Laufe der Zeit ein erweitertes Team aufgebaut, das sehr gut eingespielt ist.

Was ist typisch für Eure Filme?

Ich denke, man erkennt unsere Filme an der Regie-Handschrift, die ich in der Agentur mit eingeführt habe. Typisch für uns ist eine szenische Umsetzung, die Themen auf eine emotionale Art und Weise an den Zuschauer heranträgt. Emotional bedeutet nicht nur, dass Menschen in die Kamera lächeln, sondern dass wir eine echte Story – Geschichten – erzählen. Außerdem achten wir stark auf den Schnitt, den einzigartigen Look und das Sounddesign des Films. Schon beim Drehen ist uns wichtig, dass es kein herkömmlicher, langweiliger und mit Fakten überladener Film wird, sondern eher an einen Spielfilm erinnert.

Was war denn für Dich das spannendste Filmprojekt?

Wir hatten schon viele einzigartige Filmprojekte. Besonders intensiv war meine Anfangszeit bei CC, weil ich mich voll einbringen konnte und unser Team gewachsen ist. Den bisher aufwändigsten Imagefilm haben wir für den Kältetechnik-Spezialisten BITZER konzipiert und produziert. Der Film zeigt auf emotionale Weise die Geschichte der traditionsreichen Firma. Wir haben auf drei Kontinenten gedreht, um der internationalen Ausrichtung des Unternehmens gerecht zu werden: Europa, Südamerika und Asien. Das Ergebnis ist wirklich toll und mein persönliches Highlight. Ich bin mir aber sicher, dass die Zukunft noch mehr solcher Projekte bringt.

Was macht denn für Dich persönlich einen guten Film aus?

Entscheidend sind eine gute Story und gelungene Inszenierung. Wir spielen zudem gerne mit Klischees. Jeder von uns hat schon viele Filme gesehen und kennt die üblichen Geschichten. Ein guter Regisseur widersetzt sich diesen Erwartungen und weiß, wie man die Zuschauer durch unvorhergesehene Dinge überraschen kann. Diese Überraschungsmomente liebe ich.

Stell Dir vor, Du hättest ein unbegrenztes Budget zweckfrei zur Verfügung. Was für ein Filmprojekt würdest Du daraus machen?

Wahrscheinlich würde ich ein Wikinger-Epos drehen. Dafür habe ich sogar schon ein Drehbuch geschrieben, das fertig in der Schublade liegt. Es geht um Sequenzen aus der isländischen Geschichte im 17. Jahrhundert, die ich im Gladiatoren-Stil aufbereiten würde. Eine weitere Idee, für die ich ebenfalls bereits das Drehbuch habe, ist ein Science-Fiction-Film. Kurz gefasst wäre die Story so: Stell dir vor, du bist auf dem Weg zu einem fremden Planeten, dann schläfst du ein, wachst auf und entdeckst: 650.000 Jahre sind vergangen. Du weißt nicht, warum oder wieso. Und dann wird es spannend.

 


 

Zur Person

Thor Thorsteinsson leitet die Filmabteilung bei Communication Consultants (CC). Er hat in Reykjavik, Island, an der Filmakademie Regie studiert. Nach dem Studium blieb er für die ersten Projekte in Island. Zurück in Deutschland, machte er sich selbständig und arbeitete in verschiedenen Agenturen, bis er 2016 zu CC wechselte. Nicht oft genug sehen kann er den Film Good Fellas von Martin Scorsese. Mit seinem Team betreut er unsere Filmprojekte von der Kundenberatung über die Konzeption bis zum fertigen Film.

Wollen Sie mehr über die Arbeit von Thor Thorsteinsson und seinem Team erfahren? Hier gehts zum CC-Filmportfolio.